Der Weg der Jürgen-Fuhlendorf-Schule zur Europaschule

Europaschulen setzen es sich zum Ziel, den europäischen Gedanken in seiner Bedeutung für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum festen Bestandteil des schulischen Lebens und Lernens zu machen.

Einen wichtigen und entscheidenden Anstoß, sich auf den Weg zur Europaschule zu begeben, hat der EU-Projekttag am 31.3.2014 gegeben.

Unter dem Motto „Europa – gestern, heute, morgen“ beging die Jürgen-Fuhlendorf-Schule Bad Bramstedt den wegen der Europawahl auf den 31. März vorgezogenen EU-Projekttag. Hierbei wurde ein Bogen gespannt vom Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich 2014 zum hundertsten Mal gejährt hat, über die aktuellen Fragen und Probleme bis zu den Erwartungen und Hoffnungen der jungen Generation.

Eingeladen war der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Torsten Albig.

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe hatten im Unterrichtsfach Wirtschaft/Politik im Rahmen des Unterrichts und an zwei Fachtagen zu den aktuellen europapolitischen Themen

  • Erweiterung oder Vertiefung,
  • Freizügigkeit und Zuwanderung,
  • Engagement in der Welt,
  • Demokratie und Menschenrechte und
  • Binnenmarkt und Finanzkrise

recherchiert, Fragen gestellt, Antworten gesucht und Perspektiven entwickelt und ihre Ergebnisse plakativ gestaltet. Auch die europäischen Partnerschulen und -städte der JFS aus Frankreich, Polen und Russland informierten in diesem Rahmen über den lebendigen Schüler-Austausch.

Zu besichtigen war dies in der Aula der Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Der Ministerpräsident Torsten Albig konnte sich bei einem Rundgang gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe durch die Ausstellung einen Eindruck von der schulischen Arbeit eines Gymnasiums anlässlich eines Projekt-Tages verschaffen.

Anschließend fand eine lebendige Diskussionsrunde des Ministerpräsidenten mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zum Thema „Europa – gestern, heute, morgen“ statt.

Das Nachdenken über diesen EU-Projekttag, das sowohl innerhalb des Kollegiums als auch mit den Schülerinnen und Schülern vorgenommen wurde, ergab ein großes und nachhaltiges Interesse an diesem Themenbereich und kann als entscheidender Anstoß der Entwicklung zur Europaschule angesehen werden.

Im Rahmen diese Reflexion ist jedoch auch aufgefallen, dass wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse, die vorangegangene Generationen zu überzeugten Vertreterinnen und Vertretern des Europagedankens gemacht haben, für die jüngeren Generationen weit weg sind und nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden können. Vertieft wurde dieser Gedanke dadurch, dass eine zweite Säule des Europagedankens, der Kampf gegen nationalsozialistisches Gedankengut und gegen Rassismus in jeder Form, von jeder Generation neu begründet und gestaltet werden muss. Die Nähe zur KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen auf der einen Seite, die aktuellen Diskussionen um Flüchtlinge und Asylbewerber auch im ländlichen Raum auf der anderen Seite bieten hier vielfältige Ansatzmöglichkeiten.

In unserem Reflexionsprozess wurde auch deutlich, dass viele Aspekte - wie z. B. Austauschprogramme, Auslandsaufenthalte im Rahmen von Praktika und Studiengängen, Berufsmöglichkeiten im europäischen Ausland, offene Grenzen und freier Handel - für unsere heutigen Schülerinnen und Schüler einen solchen Grad von Selbstverständlichkeit erlangt haben, dass sie geradezu als naturgegeben angesehen werden.

Einer Europaschule stellt sich von daher zu Beginn des 21. Jahrhunderts die schwierige, aber reizvolle Aufgabe, einerseits die Grundlagen des Europagedankens in seiner historisch gewachsenen, aber immer noch aktuellen Einbettung in die Grundfragen von Krieg und Frieden herauszuarbeiten und stetig neu zu begründen. Andererseits muss natürlich, aufbauend auf das bisher in Europa Erreichte, eine Perspektive für zukünftige Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und vielleicht auch Gestaltungsnotwendigkeiten entwickelt und bewusst gemacht werden. Gerade in diesem Bereich sehen wir vielfältige Möglichkeiten für eine in die Zukunft gerichtete Europaschule.

Holger Oertel

Schulleiter

Kontakt

Jürgen-Fuhlendorf-Schule

Düsternhoop 48
24576 Bad Bramstedt

Tel. 04192/879630
Fax 04192/879646

E-Mail: jfs.bad-bramstedt[at]schule.landsh.de

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